Poetisch-künstlerische Route

Poetisch-künstlerische Route im Bosco della Sterpaia (Sterpaia-Wald) Der Rundgang in Bildern 


 Poetisch-künstlerische Route im Bosco della Sterpaia (Sterpaia-Wald)

Der Spazierweg zur Besichtigung des jahrhundertealten Waldes der Sterpaia ist nur mit Führern und auf den festgelegten Wegen begehbar, um unnötiges Zertreten der Pflanzen zu vermeiden. Der Rundweg führt an allen botanischen Besonderheiten des Parks vorbei, die teils mit Schautafeln am Wegrand, teils mündlich während der Führung erläutert werden. Als Ansporn zur Meditation und zu Überlegungen wird an den eigenartigsten und stimmungsvollsten Stellen des Walds auch eine "artistische Beschilderung" angeboten: Sie besteht aus neun Bronzefiguren des florentinischen Bildhauers Marcello Guasti. Zu jeder Figur gibt es ein kurzes Gedicht. Die Idee dazu wurde beim Anblick der majestätischen Bäume des uralten Waldes geboren, deren plastische Formen das Projekt der Architektin Mariachiara Pozzana inspiriert haben: sie wollte alles in einer Einheit aus Natur, Kunst und Poesie verschmelzen lassen und hat eine künstlerische Beschilderung entlang der bestehenden Wege des Waldes entworfen, ohne neue Elemente hinzuzufügen. Sie verwendete die Stämme der abgestorbenen Bäume für ihre poetischen Aufschriften und unterstrich so die Feierlichkeit des Ortes. Der Bildhauer Guasti hat das Projekt und seine Bedeutung richtig interpretiert und die enge Verbindung zwischen Kunst, Literatur und Natur mit einer Reihe von Bronzestatuen verdeutlicht, in denen das Wort mit der vom Baum vorgegebenen Form verschmilzt und ihn so ergänzt. So erzählt jeder Baumstamm eine Geschichte, die am Beginn des Weges im sogenannten "Baumbuch" erzählt wird: seine Seiten aus Holz nehmen bereits die künstlerische Nachricht, die dem Wald anvertraut wurde, vorweg.

Der Weg bildet einen Rundgang, verläuft leicht und eben und ist auch für körperlich Behinderte zugänglich. Die Gehzeit beträgt etwa 2 Stunden. Es wird Freizeitkleidung mit Wanderschuhen und im Frühling-Sommer die Verwendung von Mückenschutz empfohlen.

Der Rundgang in Bildern

Der freie Baum Eiche 1: wenn das Meer, ruhig und sanft, sich im Wald verliert Cesare Pavese aus “Donne appassionate” in Veröffentlichte und unveröffentlichte Gedichte Eiche 2: Wie die unermüdliche Wiederkehr der Wolken und Sterne im Abendhimmel Dino Campana aus “Genova” in Magische Gesänge und andere Schriften Eiche 3: und dann sang er allein am Tag, in seinem überfließenden Glanz Mario Luzi aus Simone e il suo viaggio Eiche 4: die Sonne verstreut in Diamanten aus Wassertropfen auf dem geschmeidgen Gras Giuseppe Ungaretti aus “A riposo, Versa il 27 aprile 1916” in Leben eines Menschen, Alle Gedichte Eiche 5: Ein Baum ist magisch: Himmelblaue Äste roter Stamm. Er bewegt sich und geht. In den Ästen glitzern die Sterne. Matteo Turchi, Grundschule Loro Ciuffenna, Auszeichnung für Poesie “Giulio Salvadori”, Gemeinde Monte San Savino, 1986 Eiche 6: Bring’ mir deine Wechselhaftigkeit, Meer, deine Gesänge und Strömungen, die Nixen und die erhebende Freude der Wellen Giuseppe Conte aus “Fedeltà al mare”, in Das Meer und der Junge Eiche 7: den Mühseligkeiten zugewandt wie irgendeine Faser dieser Welt, warum beklagen wir uns? Giuseppe Ungaretti aus “Destini, Mariano 14 luglio 1916”, in Vita di un uomo, Tutte le poesie Eiche 8: Der dunkelgrüne Baum hellgelb gesprenkelt und verkrustet In der Luft vibriert Erbarmen mit den gierigen Wurzeln, mit der wulstigen Rinde. Eugenio Montale, aus “Crisalide” in Tintenfischknochen Eiche 9: Ein Streit zwischen Bäumen und Jahreszeiten in der Windspirale Dylan Thomas aus “Io nella mia immagine intricata”, in Gedichte