Geschichte

Geschichte des Territoriums
Geschichte des Parks

Entstehungsgeschichte des Parks


Geschichte des Territoriums

Populonia behauptete sich als eine der bekanntesten etruskischen Städte mit Beginn der Eisenzeit (IX. Jhd. v. Ch.) als Anlaufstelle und strategischer Ort für den Kontakt zwischen den tyrrhenischen Schiffsrouten, die Sardinien mit Korsika und Etruria verbanden und dabei gleichzeitig eine Kontrolle auf die Mineralvorkommen des Gebietes von Campiglia ausübten (das heute im Archäologischen Bergbaupark San Silvestro besichtigt werden kann).Zwischen dem VI. und IV. Jhd. v. Chr.wurde Populonia zum eisenmetallurgischen Hauptzentrum des Mittelmeers für die Verarbeitung des Hämatits, das reichhaltig auf der vor Populonia liegenden Insel Elba vorhanden war. Populonia war in eine Unterstadt und eine Oberstadt aufgeteilt, d.h. in ein auf den Hafen mit den metallverarbeitenden Aktivitäten konzentriertes Gebiet (außerhalb der Stadtmauern) und in eine Akropolis auf dem Gipfel des Vorgebirges mit Wohnsiedlungen und Tempeln.


Die Nekropolen
Die Nekropolen, die heute besichtigt werden können, befinden sich auf den ersten Erhebungen und in der Ebene vor dem Golf von Baratti. Über dieses Gebiet mit Aussicht auf das Meer erstrecken sich die Nekropolen des VII. – V. Jhd. v. Chr. Es handelt sich um Monumentalgräber, Hügel- oder Ädikulagräber, die den höchsten Vertretern der Bürgerschaft Populonias gehörten. Neben diesen reichen Familiengräbern sind eine Reihe von Sarkophaggräbern vorhanden, die von einem verbreiteten Reichtum in diesem Gebiet bis zum V.-IV. Jhd. v. Chr. zeugen. In den dahinter liegenden Hügeln befinden sich die Nekropolen des IV.-III. Jhd. v. Chr.: Es handelt sich um die charakteristischen etruskischen, in den Fels gehauenen Gräber, die über tiefe Felseneingänge zugänglich sind. Die Gräber wechseln sich ab mit Steinbrüchen für den Abbau des „Panchina“-Steins, ein weicher lokaler Sandstein, der jahrhundertlang in Populonia für die Erbauung der öffentlichen Gebäude, Stadtmauern und Monumentalgräber verwendet wurde.


pannellocavernicolo.jpg Die Oberstadt
Das älteste Zeugnis der Siedlungen Populonias geht auf das IX. Jhd. zurück, als auf dem Gipfel des Vorgebirges große Hütten erbaut wurden. Die Besiedlung in diesem Gebiet erfuhr zahlreiche Veränderungen, bis sie schließlich im VII. Jahrhundert verlassen wurde. Im Graben eines Mittelpfahls einer dieser Hütten wurden mehrere Kelche gefunden, die offensichtlich zum Anstoßen anlässlich der Zelebrierung eines Rituals im Zusammenhang mit der Zerstörung der Hütte dienten. Die Ausgrabungen haben bis heute noch nicht die Siedlungen des V. – II. Jhd. v. Chr. ans Licht gebracht, ausgenommen die beiden Mauerringe: Der ältere, aus dem V. Jhd. v. Chr, umgab den Gipfel des Vorgebirges mit einer mächtigen, vieleckigen Mauer, während der aus dem IV. – III. Jh v. Chr. sehr viel größere Ausmaße hatte und die gesamte Akropolis sowie einen Großteil der Siedlung umgab, die sich zu jener Zeit wahrscheinlich auch über die Abhänge der größeren Erhebung erstreckte. Es scheint, dass diese bedeutende Ummauerung die Grenzen des bewohnten Stadtbereiches markierte und die Industriequartiere sowie die Nekropolen ausschloss.


Römische Zeit
 Es gibt sehr wenige Quellen im Hinblick auf die römische Eroberung von Populonia; sicher ist jedoch, dass die antike etruskische Stadt im II. Jhd. v. Chr. unter dem politischen Einfluss von Rom stand. Die Überreste der kürzlich durch Ausgrabungen ans Licht gebrachten Bauwerke zeigen, dass der zentrale Bereich der Akropolis von einem großen städtebaulichen Projekt bestimmt wurde, das der mittlerweile vollkommen römisch gewordenen Stadt ein neues Aussehen verlieh. Drei große Tempel säumen den weiten Platz, von welchem eine gepflasterte Straße zu einem monumentalen terrassenförmigen Bau mit einer Blindbogenfassade, dem „Edificio delle Logge“ führt. Die Straße weist keine Karrenspuren auf und ihr Gefälle lässt darauf schließen, dass sie wahrscheinlich nur zu Fuß benutzt wurde. Zu Füßen der großen Terrassierung erstreckten sich einige Gebäude, darunter eine Therme mit Nymphäen und anderen Thermaleinrichtungen. Es handelte sich um luxuriöse, mit Stuck verzierte Räume, mit bemaltem, verschiedene Marmorstrukturen imitierenden Putz und mit Mosaiken geschmückten Fußböden, darunter die einen Schiffbruch darstellende Meeresszene, die heute im Archäologischen Museum von Piombino bewundert werden kann. Auf dem Gipfel dieses Terrassensystems befand sich wahrscheinlich noch ein anderer Tempel: Der gesamte Gebäudekomplex bildete möglicherweise eine Wallfahrtstätte. Die Gottheit, welcher all dies gewidmet war, könnte vielleicht Venus gewesen sein. Die Ausgrabungen weisen darauf hin, dass die Stadt mit Beginn der zweiten Hälfte des I. Jhd. v. Chr. einen plötzlichen Stillstand erlitten haben muss, der vielleicht auf die Zerstörung durch Silla zurückzuführen ist. Der griechische Geograph Strabone erzählt Ende des I. Jhd. v. Chr. von einer Akropolis, von welcher nur die Tempel übrigbleiben, von einem lebendigen Hafen und reicher Landwirtschaft. Die Ausgrabungen am Strand von Baratti zeigen auf, wie im Verlauf der Kaiserzeit (II.-III. Jhd. n. Chr.) und in der Spätantike (IV.-VI. Jhd. n. Chr.) an der Küste des Golfes das Leben in der Umgebung der Straße, die die Unterstadt von Populonia mit der im Inland verlaufenen Via Aurelia verband, noch pulsierte. Der Untergang von Populonia wird in herzzereißenden Versen besungen, die der Dichter Rutilio Namaziano der Stadt anlässlich einer Reise an die Küste zu Beginn des V. Jhd. n. Chr. widmet.


Mittelalter
Die Archäologen untersuchen immer noch den Verfall der antiken Stadt zur Zeit des Mittelalters. In den Hügeln vor der Akropolis brachten Ausgrabungen die Überreste eines jahrhundertlang in den Wäldern versteckten benediktinischen Klosters ans Licht. Seine Gründung geht auf das XI. Jahrhundert zurück, als die Gründung von Klöstern und Schlössern eine Schlüsselperiode für die Behauptung der örtlichen Herrschaften darstellte. Die Ausgrabungen haben eine vor der Gründung des Klosters erfolgte Bauphase hervorgebracht, eine kleine Kapelle, auf welcher später die größere Kirche erstand. In der Mitte des Klosters befand sich ein weiter Kreuzgang, an welchen sich mehrere Gebäude und ein Turm anschlossen. Die Überreste von Skulpturen weisen auf zahlreiche und wertvolle Ausschmückungen des Kreuzgangs und der Kirche hin. Das Gebiet wurde auch lange nachdem das Kloster verlassen wurde bewohnt, wie sich aus dem Friedhof schließen lässt, der die die Kirche umgibt.


Nachfolgende Epochen und Neuzeit
In Fertigstellung


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Geschichte des Parks

Der Archäologische Park von Baratti und Populonia wurde am 11. Juli 1998, zwei Jahre nach dem Archäologischen Bergbaupark San Silvestro, eingeweiht und beherbergt einen der bedeutendsten Inhalte der etruskischen Kultur, die ihre kommerzielle und kulturelle Entwicklung hauptsächlich der Metallverarbeitung verdankt. Es ist kein Zufall, dass die Entdeckungsgeschichte der antiken Stadt Populonia in kennzeichnender Weise mit dem Abbau der Eisenschlacke verbunden ist, die sich in der etruskischen und römischen Epoche in der Umgebung des Golfes von Baratti ansammelte und die antiken Nekropolen unter sich begrub. Die Forschungsgeschichte um Populonia hat einen weit zurückliegenden Ursprung: Die ersten organisierten Untersuchungen gehen auf die Mitte des letzten Jahrhunderts zurück und konzentrierten sich lange auf die Bereiche der Nekropolen, wodurch diese auch heute noch die hauptsächliche Informationsquelle und die bedeutendsten Monumente im Park darstellen. In den letzten Jahren wurden dennoch Forschungen zum städtebaulichen und industriellen Hintergrund eingeleitet, die dazu beitragen werden, das geschichtliche Gesamtbild dieses Gebietes vervollständigen und Zusammenhänge zwischen Besiedlung und Ressourcen vertiefen zu können, die erneut das Leitmotiv für das Verständnis der Vielschichtigkeit und Entwicklung der vergangenen Kulturen bilden. Der Park von Baratti und Populonia mit seinen derzeitigen Ausmaßen ist folglich das Ergebnis der Ausgrabungen, die in den letzten Jahren von der Archäologischen Oberaufsicht und von 1996 bis 1998 von der Gesellschaft Parchi Val di Cornia, unter der wissenschaftlichen Leitung von Frau Fr. Antonella Romualdi, vorgenommen wurden. Aber der Park hätte nicht entstehen können, wenn neben dem Einsatz der Gesellschaft Parchi Val di Cornia und den von der CEE bereitgestellten Förderungen nicht eine positive Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kulturgüter und Kulturbetrieb und der Gemeinde Piombino entstanden wäre; diese Zusammenarbeit hat eine vereinheitlichte, einzige Verwaltung der archäologischen Gebiete staatlichen und kommunalen Eigentums ermöglicht. Diese Abkommen wurden anlässlich der Einweihung des Parks am 11. Juli 1998 durch die Konvention zwischen dem Ministerium für Kulturgüter und Kulturbetrieb und der Gesellschaft Parchi Val di Cornia in Kraft gesetzt. Mit dieser Handlung wurde einem dem Privatrecht unterliegenden Subjekt die Nutzung eines staatlichen archäologischen Eigentums zugestanden. Auf diese Weise konnten bürokratische Schranken beseitigt werden, die es vermieden hätten, den kulturellen und naturalistischen Wert dieser archäologischen Ausgrabungsstätte in ihrer Einheitlichkeit schätzen zu können. Auf diese Weise konnte in Italien zum ersten Mal bewiesen werden, dass es formell möglich ist, einem Subjekt privaten Rechts, auch im Fall der Finanzierung mit überwiegend öffentlichen Geldern, die Nutzung eines archäologischen, im Staatsbesitz befindlichen Gutes, zu Zwecken kultureller Aufwertung zu überlassen; dieser Akt schafft neue Beziehungen zwischen Staat und Privatbürgern und kann nützliche Anregungen für die Zukunft der Kulturgüter geben.


Entstehungsgeschichte des Parks

70er -80er Jahre: koordinierte Planung des Territoriums der Gemeinden des Val di Cornia mit Bestimmung der für den öffentlichen Park bestimmten Gebiete 80er – 90er Jahre: wissenschaftliche Forschung zwecks Entdeckung einiger Gebiete des Parks (Archäologische Parks) für die Realisierung der Masterpläne der Archäologischen Parks und Bestimmung der Aspekte hinsichtlich Aufwertung, Nutzung und Dienstleistungen 80er – 90er Jahre: Erwerb der Gebiete durch Enteignungen oder gütliche Abkommen (Archäologischer Bergbaupark San Silvestro, Archäologischer Park von Baratti und Populonia, Küstenpark Sterpaia) 1997-1998: Realisierung des Archäologischen Parks von Baratti und Populonia 1998: Eröffnung des Archäologischen Parks von Baratti und Populonia 2001-2003: Archäologische Forschungsarbeiten im Vorgebirge von Populonia 2004: Offizielle Eröffnung aller im Park geschaffenen Serviceeinrichtungen (Dokumentationszentrum, Jugendherbergen, Kioske) 2004: Vervollständigung der dreijährigen, durch regionale Gelder und das Ministerium für Kulturgüter und Kulturbetrieb finanzierten Ausgrabungskampagne (2002-2004) in den Gebieten des Vorgebirges von Populonia. Grundlage war ein einziges, zwischen der Archäologischen Oberaufsicht, der Universität von Siena, Pisa, Florenz und Venedig, der Gemeinde Piombino und der Parchi Val di Cornia S.p.a als projektausführendes Subjekt koordiniertes Forschungsprojekt, mit gleichzeitiger Abfassung, Genehmigung und Finanzierung - mit Geldern der Docup Region Tokana - des Projektes für die Erweiterung des Archäologische Parks von Populonia nach der Ausgrabungskampagne 2002-2004. 2005: Ausgrabungsaktivitäten an der Akropolis von Populonia:Erweiterung des Archäologischen Parks von Baratti und Populonia 2007: Eröffnung des Parkgebietes im Vorgebirge und der Akropolis von Populonia